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Wo wird die Dendrochronologie eingesetzt?

by umwelt - July 1st, 2011.
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Dendrochronologie ist eine Methode zur Bestimmung einer bestimmten
Wachstumszeit von Bäumen anhand der Breite ihrer Jahresringe. Die Breite
der Jahresringe ist dabei sehr stark abhängig von den in der Umgebung
des Baumes herrschenden Umweltbedingungen. So kann mit dieser Methode
das Alter des Baumes bis auf das Jahr genau bestimmt werden, und das
über einen Zeitraum von bis zu 10.000 Jahren.

In Deutschland wird Dendrochronologie seit den 60er Jahren
angewendet. Für alle Holzarten und Regionen werden Jahrringtabellen
erstellt, auf die bei der Datierung von Bäumen zurückgegriffen werden
kann.

Naturwissenschaftlich wird Dendrochronologie angewendet, um die
Einflüsse des Klimawandels auf das Wachstum von Bäumen zu bestimmen und
darauf aufbauend Prognosen für die Zukunft aufzustellen.

So lassen sich Hochrechnungen für ein gesamtes Ökosystem erstellen,
welche die Entwicklung des Waldes mit einer Genauigkeit von einem Jahr
vorhersagen können.

In der Denkmalforschung kommt Dendrochronologie zum Einsatz, um das
Alter bzw. das Baujahr von Gebäuden zu bestimmen, bei denen Holz das
Hauptbaumaterial war.

Dies ist allerdings nur dann möglich, wenn es hölzerne Bauteile
gibt, bei denen die Waldkante, also die Rundung des Baumes noch
erkennbar ist.

Zudem muss das Jahr der Fällung des Baumes mit dem Baujahr
übereinstimmen, d.h., das Holz darf nicht vorher schon einmal verwendet
worden sein.

Bearbeitungsspuren, die nichts mit der Verwendung des Holzes bei dem
Gebäude zu tun haben, sind meist ein sicherer Hinweis darauf, dass das
Holz schon vorher verwendet worden ist.

Mit Hilfe von Jahresringtabellen, die nach Regionen geordnet sind,
kann sogar festgestellt werden, aus welcher Region das Holz stammt.

In der Kunstgeschichte kann Dendrochronologie zur Altersbestimmung von Musikinstrumenten herangezogen werden.

Zudem wird sie bei der Analyse mittelalterlicher Tafelmalerei
angewendet und konnte bereits belegen, dass Werke, die zuvor Hieronymus
Bosch zugeschrieben worden waren, nicht von diesem stammen konnten, da
die Eichen, deren Holz er vorzugsweise benutzte, erst nach seinem Tod
gefällt wurden.

Die Dendrochronologie konnte durch das gleichzeitige und weltweite
Absterben von verschiedenen Bäumen um das Jahr 540 n. Chr. eine bisher
nur vermutete Naturkatastrophe nachweisen.

Die wahrscheinlich durch Kometeinschläge und Vulkanausbrüche einen
Klimawandel bewirkte, der die Bäume eingehen lies oder zumindest ihr
Wachstum beeinflusste, was aus der Breite der Jahresring eindeutig
abzulesen ist.

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